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Work in Progress 2012, Kampnagel Hamburg


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Vom 16. – 18. Februar 2012 fand der Kongress WORK IN PROGRESS statt, der den Wandel und die Zukunft der Arbeit im Übergang zur Informationsgesellschaft in zahlreichen Vorträgen, Diskussionen, künstlerischen Beiträgen und Workshops darstellte und diskutierte. Ein besonderes Augenmerk wurde dabei auf die Arbeitspraxen und -methoden innerhalb der Kreativwirtschaft gerichtet, die in diesem Zusammenhang gerne als Impulsgeber einer zukunftsfähigen und innovativen Wirtschaft genannt wird. Dabei habe ich die Panels zu folgenden Themen moderiert:

Kollaborationen: Wie Unternehmen Arbeitsformen aus der Kreativwirtschaft adaptieren

Panelteilnehmer: Uwe Radetzki (Innovationsabteilung DHL), Fried Große-Dunker (Darkhorse), Andreas Kurth (Head of New Business, TUI), Lena Schiller-Clausen (Betahaus Hamburg), Christoph Giesa (Otto)

Neben Selbstständigen und Freelancern haben längst auch größere Firmen die Potentiale von kollaborativen Arbeitsformen und -methoden erkannt. Coworking, Design Thinking und Open Innovation werden angewandt, um Produktivität und Innovation zu fördern. Im Austausch entstehen dabei idealerweise unkonventionelle Lösungen für Problemstellungen und neue Ideen. Das Zusammentreffen und Zusammenarbeiten von größeren, meist hierarchisch organisierten Unternehmen und kleineren, flexibleren Einheiten bedeutet für beide Seiten den Eintritt in einen Lernprozess. Auf dem Panel stellen sich Projekte vor, in denen neue Formen der Kollaboration erprobt wurden.

Crowdsourcing – die Arbeit der Vielen

Panelteilnehmer: Wolfgang Kreider (verdi), Claudia Pelzer (Deutscher Coworking Verband DCV), Sandro Morghen (yutongo.com)

Crowdsourcing setzt sich aus den Begriffen „Crowd“ – einer digital vernetzten Gemeinschaft – und „Outsourching“ – der Auslagerung von Arbeit an eine externe Organisationseinheit – zusammen. Die Auftragsvergabe erfolgt dabei nicht an einen klar definierten Adressaten, sondern wird durch die Community-Mitglieder kollaborativ erbracht.

Die Open-Source-Softwarebewegung oder die Online-Enzyklopädie Wikipedia gelten als die erfolgreichsten und bekanntesten Ausprägungen dieser neuen Form der Arbeitsorganisation. Die Crowd wird bereits verschiedenen Bereichen eingesetzt, um definierte Arbeitsaufträge zu erfüllen und Ideen kollaborativ zu entwickeln. Was für ein Verständnis von Arbeit liegt dieser Entwicklung zugrunde? Handelt es sich nur um die nächste Stufe der Arbeitsteilung und Spezialisierung zur wirtschaftlichen Effektivitätssteigerung oder stellt Crowdsourcing eine neue Form der Arbeitsorganisation dar?

Social und Cultural Entrepreneurship – Aufbruch in eine neue Wirtschaft für den Menschen?

Panelteilnehmer: Antje Bulmann (kulturschenken), Daniel Kerber (morethanshelters), Catharina Muuß (Enorm Magazin), Sarah Hardung (Munavis)

Soziale Unternehmer_innen zeigen, dass der Einsatz für eine nachhaltige, gerechter und emanzipierte Gesellschaft nicht im Widerspruch zu wirtschaftlicher Betätigung steht. Die Geschäftsmodelle orientieren sich an konkreten Bedürfnissen und Werten (z.B. Nachhaltigkeit, Menschenrechte, Armutsbekämpfung und Bildung). Welche Herausforderungen stellen sich? Welche Hindernisse müssen überwunden werden, um im sozialen und kulturellen Bereich erfolgreich zu sein? Welche Formen der Unterstützung und Förderung wären wünschenswert?

Fluide Netzwerke und die Flexibilisierung und (Neu-) Organisation von Arbeit

Panelteilnehmer: Jörn Hendrik Ast (fffluid), Stephan Ritter (fork unstable media), Bernd Fels (if5 anders arbeiten)  

Die Etablierung von sozialen Netzwerken, Online-Tools und Coworking haben die Möglichkeiten der Kommunikation und der Organisation von Arbeitenden erweitert. Die selbstbestimmte Organisation von Arbeitszeit und die Möglichkeit des mobilen und flexiblen Arbeitens werden, im Hinblick auf individuelle Bedürfnisse, sowohl von Firmen aktiv unterstützt, als auch von Arbeitenden eingefordert.

Als “fluide Netzwerke” werden neuerdings Organisationsformen definiert, in denen Selbstständige und Freelancer_innen versuchen, entsprechende Wertvorstellungen in ihre Arbeitspraxis zu übersetzen – untereinander wie in der Zusammenarbeit mit Auftraggebern. Handelt es sich hier bei um Architekten der/einer zukünftigen Arbeitswelt?

 


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